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17. August 2026 · Eventplanung von A–Z

A — Ablaufplanung (Run-of-Show)

von Trafo Baden

Titelbild: Ablaufplanung (Run-of-Show)

Herzlich willkommen zu unserer Serie "Event Planung von A bis Z". Wir starten mit dem Buchstaben "A" und widmen uns gleich einem Dokument, das im Hintergrund über Erfolg oder Misserfolg eines Events entscheidet: dem Ablaufplan, in der Branche auch "Run-of-Show" genannt.

Und noch etwas vorweg: In dieser Serie sind wir per du – das passt einfach besser zu ehrlichen Tipps aus der Praxis.

Wer sich schon einmal gefragt hat, wieso ein Event scheinbar mühelos von einem Programmpunkt zum nächsten fliesst, findet die Antwort fast immer in einem gut durchdachten Ablaufplan.

Was ist ein Ablaufplan (Run-of-Show)

Ein Ablaufplan ist ein minutiöser Zeitplan für den gesamten Eventtag. Er umfasst nicht nur das offizielle Programm, das deine Gäste sehen, sondern auch sämtliche Vorgänge hinter den Kulissen, die dafür sorgen, dass dieses Programm überhaupt funktioniert: Wann macht das Technik-Team den Soundcheck, wann beginnt das Catering-Team mit dem Anrichten, wann muss die Referentin im Saal sein, wann öffnen die Türen. Während in der Einladung an die Gäste vielleicht nur "Referat: 10.00 Uhr" steht, hält der Ablaufplan fest, was um 9.45, 9.55, 10.00 und 10.28 Uhr passiert – und wer dafür jeweils verantwortlich ist. Das ist der Unterschied zwischen Hoffen, dass ein Event rund läuft, und es tatsächlich so zu planen, dass es rund läuft.

Typische Herausforderungen bei der Ablaufplanung

Unterschätzte Übergänge: Der Wechsel von einem gedeckten Mittagessen zu einer Präsentation oder das Umsetzen der Gäste zwischen zwei Räumen dauert in der Praxis fast immer länger als auf dem Papier.

Fehlende Pufferzeiten: Programmpunkte, die nahtlos aneinandergereiht sind, ohne jede Verschnaufpause, führen dazu, dass sich eine kleine Verzögerung durch den ganzen restlichen Tag zieht.

Nicht abgestimmte Dienstleister-Zeitpläne: Catering, Technik und Referenten arbeiten oft mit ihren eigenen, separaten Zeitplänen, die nie wirklich miteinander abgeglichen wurden.

Unklare Verantwortlichkeiten: Wenn niemand die Verantwortung für den Master-Ablaufplan trägt, werden Entscheide zum Timing uneinheitlich getroffen – oder gar nicht.

Verzögerungen am Eventtag: Selbst der beste Plan trifft am Tag X auf die Realität, und jemand muss in Echtzeit entscheiden, wie eine Verzögerung aufgefangen werden kann, ohne den restlichen Tag zu gefährden.

Lösungen und Tipps für die Ablaufplanung

Bau deinen Ablaufplan rückwärts auf, ausgehend von deinen härtesten fixen Eckpunkten, etwa der Schliessungszeit der Location oder der Abfahrtszeit eines Shuttlebusses. Von dort aus arbeitest du dich zeitlich nach vorne. So siehst du sofort, wie viel echten Spielraum du tatsächlich hast.

Experten-Tipp: Plane nach jedem Übergang mit viel Bewegung – etwa einem Raumwechsel oder dem Servieren einer Mahlzeit – zehn bis fünfzehn Minuten Puffer ein, auch wenn dieser im offiziellen Programm für die Gäste gar nicht auftaucht.

Teile den detaillierten Ablaufplan mit jedem einzelnen Dienstleister – nicht nur mit der Kontaktperson der Location – und lass dir die jeweiligen Zeitfenster schriftlich bestätigen. Ein Caterer, ein Techniker und eine Referentin können sich dasselbe Event vorstellen und dabei drei völlig unterschiedliche Zeitpläne im Kopf haben.

Experten-Tipp: Führe zwei bis drei Tage vor dem Event ein kurzes Timing-Gespräch mit deinen wichtigsten Dienstleistern und geh den Ablauf gemeinsam Minute für Minute durch, statt dich allein auf versendete Dokumente zu verlassen.

Bestimme eine Person als klar zuständige Verantwortliche für den Master-Ablaufplan – idealerweise jemanden, der nicht gleichzeitig ein Referat hält oder einen eigenen Stand betreut. Diese Person wird so zur zentralen Anlaufstelle, wenn am Eventtag Fragen zum Timing auftauchen.

Experten-Tipp: Gib der für den Ablauf verantwortlichen Person eine einfache, übersichtliche Kurzversion statt des vollständigen, mehrseitigen Ablaufplans, damit sie auf einen Blick sieht, was als Nächstes ansteht.

Plane im Voraus, wie du mit Verzögerungen umgehen willst, denn sie werden auftreten. Leg vorab fest, welche Programmpunkte flexibel sind, etwa eine Networking-Pause, und welche fix bleiben müssen, etwa ein terminiertes Referat. So können Entscheide darüber, wo Zeit eingespart wird, im entscheidenden Moment schnell statt zermürbend lang gefällt werden.

Aus Sicht der Eventlocation

Als Eventlocation erleben wir aus einer besonderen Perspektive, ob ein Ablaufplan aufgeht oder eben nicht – schliesslich koordinieren wir meist gleichzeitig die Raumwechsel, die Zeitfenster des Caterings und den Technik-Einsatz. Events, die reibungslos laufen, haben fast immer eines gemeinsam: eine einzige, namentlich bekannte Ansprechperson, an die wir uns bei Timing-Fragen wenden können, statt mehrere Personen, die jeweils nur ihren eigenen Programmteil im Blick haben. Wir dürfen an dieser Stelle auch anmerken: Die häufigste Ursache für einen stressigen Eventtag ist selten ein grosses Missgeschick, sondern schlicht ein Programm ohne jegliche Pufferzeit. Ein paar zusätzliche Minuten an den richtigen Stellen bewirken für einen reibungslosen Ablauf mehr als fast alles andere, was du sonst tun könntest.

Ein guter Ablaufplan macht sich bei deinen Gästen gar nicht bemerkbar – und genau das ist der Sinn der Sache. Wenn das Timing aufgeht, wirkt der Tag einfach mühelos, entspannt und gut organisiert, auch wenn dahinter eine Menge sorgfältiger Planung steckt. Ein durchdachter Ablaufplan ist also weit mehr als eine Formalität: Er ist das unsichtbare Rückgrat, das aus einer Aneinanderreihung von Programmpunkten ein rundes, stimmiges Erlebnis macht.

Freu dich auf den nächsten Teil unserer Serie, in dem es um "B" für Budgetierung geht, und wie eine durchdachte Finanzplanung darüber entscheidet, ob dein Event nicht nur gut läuft, sondern sich auch finanziell rechnet.

Bis dahin – viel Spass und Erfolg bei der Planung!